Mein Selbstversuch

Nachdem ich das Buch von Nunu Kaller gelesen hatte, hatte ich mir ja vorgenommen, keine Klamotten mehr zu kaufen. Nun möchte ich euch auf dem laufenden halten, wie es mir dabei ergeht. 

Das Ganze ist schwieriger, als ich zunächst gedacht hatte. Die ersten Wochen waren gar kein Problem. Ich habe kräftig alten Kram verkauft und das ein oder andere Teil getauscht. Das war ja erlaubt. Mit den ersten warmen Tagen fing mein Dilemma an. Ich hatte keine Sommerschuhe. Also schnell auf der Internetplattform geschaut, ob ich nicht mit jemandem tauschen könnte- im besten Falle gegen neue Schuhe, da ich die Vorstellung von gebrauchten Sommerschuhen so gar nicht prickelnd fand. Die ein oder andere Verkäuferin war schnell kontaktiert und ich hoffte auf ein positives Ergebnis. Leider wollte sich das so gar nicht einstellen. Keine der Verkäuferinnen wollte mit mir tauschen. Frustriert machte ich also in meinen in der Schwangerschaft zerlaufenen Boots einen Spaziergang und muss gestehen, dass ich bei einer allen wohlbekannten Kette schwach geworden bin... Ich habe mir Schuhe gekauft.

Ich habe mich so schlecht gefühlt. Das sollte mir auf gar keinen Fall noch einmal passieren!

Dann kam eine Hochzeitseinladung. Die Kleiderordnung konnte ich mit dem Inhalt meines Kleiderschrankes nicht erfüllen. Was also tun? Ich suchte im Internet, wurde fündig und bestellte. Aber ich fühlte mich nicht wohl dabei, vor allem, da ich das Kleid wahrscheinlich nie wieder anziehen würde, weil es nicht meinem Geschmack entspricht. Gott sei Dank stand mir auch keines der Kleider, weswegen ich allesamt schnell wieder weg geschickt habe. Ich klagte einer Freundin mein Leid- und siehe da: sie besitzt tatsächlich etwas Entsprechendes und es passt wie angegossen. Kostet mich also nur einen Blumenstrauß und bin trotzdem gut angezogen! (Für meinen Liebsten gehen wir übrigens auch nichts ins Geschäft, sondern zum Kostümverleih! Auf die Idee war ich für mich selber gar nicht gekommen.)

Ich merke, dass ich schnell in Versuchung gerate und mich gerne neu einkleiden würde. Aber dieser Selbstversuch zeigt mir, wie schnell ich sonst etwas gekauft habe und mir überhaupt keine Gedanken darüber gemacht habe, wo meine Kleidung herkommt und was es bedeutet, diese nur wenig zu tragen und schnell gegen etwas anderes auszutauschen. 

Wenn dieser Selbstversuch vorbei ist, möchte ich auf jeden Fall beibehalten, viele Dinge 2nd Hand zu besorgen, zu tauschen, oder bei jungen Designern zu kaufen, die ihre Sachen selber produzieren. Die sind zwar etwas teuer, aber keine Massenproduktion und selbstgemacht. Wenn es dann auch noch aus Ökobaumwolle ist, würde ich mich richtig freuen. 

Wie Nunu das macht, finde ich ganz erstaunlich. Ich habe große Achtung vor ihr, wie sie ihren neuen Lebensstil lebt. So weit bin ich leider noch nicht. Aber wer weiß, was nicht ist, kann ja noch werden...

 

 

12.6.14 12:33

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