Eigentümliche Verwandlung

Ich wollte nie ein Muttertier werden! Ich fand es seltsam, wenn werdende Mütter plötzchen scheinbar ihre Intelliganz aufgaben und ausschließlich in der Lage waren, über Schwangerschaft und Babys zu sprechen.

Und jetzt? Wenige Wochen vor der Geburt meines Kindes muss ich gestehen, werde ich zu einer von ihnen...

Woran ich das gemerkt habe? Daran, dass ich mit meinen kinderlosen Freunden gerade recht wenig Gesprächsstoff habe. Früher haben wir uns über Gott und die Welt unterhalten, über unser Leben, unser Studium, unsere Jobs, Nachrichten und Weltgeschehen. Wir haben ungezwungene Scherze gemacht und einfach vor uns hingelebt.

Was ist also passiert? Jetzt trage ich plötzlich die Verantwortung für ein ungeborenes Wesen. Das ändert gerade gefühlt alles in meinem Leben. Wahrscheinlich ist es normal, dass sich gerade alles nur noch um das Baby und unsere kleine Familie dreht.

Aber es macht einfach eine Wahnsinns-Angst, meine Freunde verlieren zu können. Wir entwickeln uns gerade in so unterschiedliche Richtungen, haben außer unserer gemeinsamen Vergangenheit momentan scheinbar nur wenig gemein. Reicht diese Grundlage, um unserer Freundschaft aufrechtzuerhalten?

Bin ich so eine andere Person geworden, nur weil ich gerade einen dicken Bauch und bald ein Baby habe?

Wie finde ich den Weg zurück zu meinen Lieben, oder sie einen Draht zu mir? Sie fehlen mir- ohne Zweifel!! Aber wenn wir miteinander sprechen bin ich plötzlich wie gelähmt. Ich möchte geistreich und spontan sein, interessante Dinge erzählen, aber auch über belanglose Dinge sprechen können. Was passiert stattdessen? Ich werde nach dem Baby gefragt und spätestens dann bin ich im Mutter-Modus.

Wer ist Henne, wer ist Ei? Sehen andere in mir erst die Mutti und ich erfülle (gerne) diese Erwartung? Oder bin ich die Mutti und niemand weiß anders auf mich zu reagieren weil ich das so stark ausstrahle? 

Muss ich mich vielleicht einfach mit dieser Phase abfinden? Oder muss ich mir bewusster machen, dass es noch andere Dinge als Baby(bauch) gibt? Geht es sonst nach der Geburt vielleicht  unaufhaltsam so weiter?

Die Frage ist, wie kriege ich beides unter einen Hut?

1. ganz viel Interesse an meinem Gegenüber zeigen, auch wenn mein Leben gerade ganz anders ist und mir die Konzentration vielleicht schwer fällt

2. manche Dinge vielleicht lieber mit anderen Eltern teilen, denen es vielleicht ähnlich geht

3. am Besten: ich selber sein!

Klar veränder ich mich durch diese neue Rolle. Aber ich bin trotzdem noch ich und habe weiterhin meine alten Interessen, wenn sie auch gerade vielleicht in den Hintergrund gerückt sind.

Aber es sind meine Freunde, wir sollten uns auch ehrlich sagen könnem, wenn uns etwas stört oder bedrückt. Offenheit ist hier vielleicht das Mittel der Wahl!

Ich hoffe, so kann es gehen.

30.1.14 19:38

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